Für Drohnenpiloten ist die Drohnenversicherung ein Muss

Wir erklären dir, warum eine Drohnenversicherung wichtig ist, was sie kostet und was es dabei sonst zu beachten gibt

Artikel

Lesedauer: 3 Minuten

2021-01-22

Früher wurden Drohnen vor allem mit dem Militär in Verbindung gebracht – heute werden sie teilweise gewerblich, aber häufig auch von Privatpersonen genutzt. Die ‘unbemannten Fluggeräte’, wie man sie auch nennt, sind für viele (Hobby-)Fotografen ein Must-Have. Gerade bei Vloggern und Influencern sind Luftbild-Fotos und Luftbild-Videos beliebt. Marken wie zum Beispiel DJI machen die Bedienung moderner Kameradrohnen zum Kinderspiel: Mit einer einfachen Steuerung und der Option, intelligenter Flugmodi zu nutzen, ist es für jeden Content Creator ein leichtes, spektakuläre Eindrücke aus der Luft einzufangen.

Egal ob jung oder alt, zu gewerblichen oder privaten Zwecken – wer will, kann Drohnenpilot werden. Aber: Einige rechtliche Regelungen gibt es zu beachten. Eine davon ist die Versicherungspflicht. Sie gilt für ausnahmslos alle gilt, die draußen eine Drohne steuern wollen. Wir erklären dir, warum du sie brauchst, wo du die passende Versicherung findest und räumen auf mit den Gerüchten um Ausnahmen.

Gesetzliche Versicherungspflicht für Drohnen

Kurz zum Kleingedruckten: Eine Drohne gilt gemäß Paragraf 43 des Luftverkehrsgesetzes als Luftfahrzeug. Weil Luftfahrzeuge hierzulande versicherungspflichtig sind, brauchst du für sie immer eine entsprechende Haftpflichtversicherung. Das gilt für alle, die eine Drohne fliegen. Das heißt: wer am Drohnen-Steuer steht, muss einen entsprechenden Nachweis über eine Haftpflichtversicherung vorweisen können. Wenn die Polizei oder Ordnungsbehörde dich kontrolliert und du kannst keinen Nachweis liefern, droht dir unter Umständen ein Bußgeld bis in den vierstelligen Bereich. Darum empfiehlt es sich, die deine Versicherungsbestätigung immer griffbereit zu haben. Und auch wenn du mal die Drohne einer anderen Person fliegst, kläre lieber vorher ab, ob sie auch ordnungsgemäß versichert ist.

Wie finde ich die passende Drohnenversicherung für mich?

Die besten Angebote für Drohnenversicherungen gibt es in aller Regel online. Einen guten Überblick dazu gibt zum Beispiel diese Liste, die aktuelle Drohnenversicherungen und Tarife vergleicht. Die Preise liegen zwischen wenigen Euro bis einigen hundert Euro für eine Drohnenversicherung und hängen vom Tarif bzw. dem Einsatzzweck deiner Drohne oder der Höhe der gewählten Versicherungssumme ab. Diese kannst du meist frei wählen. Wichtig ist aber, dass sie nicht zu niedrig ist: Die untere Grenze der Versicherungssumme ist gesetzlich reglementiert und liegt bei 950.000. Da die Sach- und Personenschäden mit einer Drohne enorm sein können, empfehlen wir dir eine Deckungssumme von 1,5 bis 3 Millionen Euro. Für Privatpersonen gibt es passende Tarife auch für unter 50 Euro. So erfüllst du nicht nur die gesetzliche Versicherungspflicht, sondern bist umfänglich abgesichert für den Fall, dass du mal einen Drohnen-Crash erlebst. Sparen kannst du nicht nur mit einer niedrigen Deckungssumme, sondern auch, wenn du auf Rabatte achtest oder einen Kurzzeit-Tarif wählst.

Brauche ich eine Drohnenversicherung, wenn ich eine Privathaftpflichtversicherung habe?

Bei wenigen Anbietern ist der Versicherungsschutz für eine Drohne bereits in der Privathaftpflichtversicherungen enthalten. Ob das der Fall ist, lässt sich in den jeweiligen Versicherungsbedingungen nachlesen. Wenn du feststellst, dass unbemannte Flugobjekte nicht mitversichert sind, solltest du dich vor deinem ersten Drohnenflug um eine Spezialversicherung kümmern.

Du nutzt deine Drohne gewerblich? Dann musst du außerdem eine Gewerbehaftpflichtversicherung für Drohnen abschließen. Als gewerbliche Nutzung gilt dabei jeder Einsatz der Drohne, der über Sport und Freizeit hinausgeht. Auch wenn du also zum Beispiel deinen Nachbarn unterstützt und als Gefälligkeitsdienst einen Drohnenflug über sein Haus zur Inspektion des Daches machst, kann das als gewerbliche Nutzung gelten – selbst wenn du dabei gar nichts verdienst.

Gibt es Ausnahmen von der Versicherungspflicht?

Gerade im Netz hört man immer wieder, es gäbe Ausnahmen, was die Versicherungspflicht betrifft. Zum Beispiel, dass besonders leichte Drohnen von der Versicherungspflicht ausgenommen wären. Das stimmt so nicht. Streng genommen musst du selbst eine Mini-Drohne, die weniger als 250 Gramm wiegt, versichern. Als Faustregel kannst du dir merken: Wenn du deine Drohne draußen fliegen lässt, muss sie versichert sein. Denn dann gilt sie als Luftfahrzeug, egal ob das über einem Feld, nur wenige Zentimeter über dem Boden oder in deinem eigenen Garten ist. Die einzig Ausnahme: Wenn du deine Mini-Drohne nur im heimischen Wohnzimmer aufsteigen lässt. Dann kannst du auf eine Drohnenversicherung verzichten.

Autor: Carina