Sollten Versicherungen Frauen stärker berücksichtigen?

Wie relevant sind Versicherungen im Diskurs um die Gleichberechtigung der Geschlechter? Wir sehen genauer hin

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Lesedauer: 5 Minuten

2019-12-19

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Wie relevant sind Versicherungen im Diskurs um die Gleichberechtigung der Geschlechter? Wer genauer hinsieht erkennt schnell, dass sowohl Versicherungen als auch deren Kunden vorwiegend männlich sind. Das wirft die Frage auf, ob Frauen bei Versicherungen ausreichend berücksichtigt werden. Noch wird diese Frage nicht häufig gestellt - bis heute.

Vor acht Jahren hat eine Erhebung für Aufsehen gesorgt, die aufgezeigt hat, dass Frauen weniger Versicherungspolicen haben als Männer. Das kann viele Gründe haben. Einerseits sind Frauen oft bei ihren Partnern mitversichert, andererseits erachten sie diverse Versicherungsprodukte einfach nicht als relevant. Ein Faktor lässt sich jedoch nicht bestreiten - Frauen haben im Schnitt weniger Geld zur Verfügung und investieren auch aus diesem Grund weniger in Versicherungen und Vorsorge.

Status Quo 2019: Unisex-Tarife, Frauen-Versicherungen und noch viel zu tun

Seitdem hat sich viel getan. Beispielsweise wurden Unisex-Tarife zur Pflicht, wodurch Versicherungstarife preislich nicht mehr nach Geschlecht unterscheiden dürfen. Dennoch ist, was vor acht Jahren an die Oberfläche kam, heute noch genauso relevant. Auch bei Getsafe sehen wir, dass Versicherungspolicen nach wie vor häufiger von Männern abgeschlossen werden.

Eine weitere Entwicklung innerhalb der Versicherungsbranche sind Versicherungsprodukte, die sich nur an Frauen richten. Das sind vorrangig Gesundheitsprodukte, die für Kosten bei Krankheiten aufkommen, die meist oder ausschließlich Frauen betreffen.

Voraussetzungen für eine Grundsicherung für alle

Davon abgesehen ist die Relevanz von Versicherungsprodukten aber nicht vom Geschlecht der Versicherten abhängig. Während es Produkte gibt, die z. B. nur für Hundebesitzer (Hundehaftpflicht) oder Hausbesitzer (Gebäudeversicherung) in Frage kommen, gibt es Versicherungen mit universeller Relevanz. Dazu zählen Versicherungsprodukte wie die Hausrat-, Haftpflicht- oder Rechtsschutzversicherung.

Unser Ziel ist es, Männer und Frauen gleichermaßen mit dieser Grundsicherung auszustatten. Dabei ist es für uns eine Selbstverständlichkeit, unsere Versicherungsprodukte so zugänglich wie möglich zu gestalten. Das wollen wir über einen fairen Preis, transparente Kommunikation sowie eine intuitive Nutzererfahrung sicherstellen.

Warum Empowerment trotzdem noch eine Rolle spielt

So gut die Grundvoraussetzungen aber auch sind - Versicherung ist dennoch ein Produkt mit einem vorwiegend männlichen Klientel. Dass das schwerwiegende Folgen haben kann, wird zum Beispiel an der Rechtsschutzversicherung deutlich. Leider ist es nämlich auch im Jahr 2019 noch so, dass sich viele Frauen mit Schwierigkeiten im beruflichen Umfeld konfrontiert sehen, wenn es um Schwangerschaft und Mutterschutz geht. Um sicher zu gehen, dass der Arbeitgeber im Einklang mit dem Arbeitsrecht handelt, ist schon die kostenlose Beratung über eine Anwalt-Hotline viel wert. Sollte es tatsächlich zum Rechtsstreit kommen, kann es ohne Rechtsschutz häufig teuer werden. Frauen sollten in dieser Situation auf keinen Fall vor dem Rechtsstreit zurückschrecken. Die Rechtsschutzversicherung kann ihnen hier den nötigen Rückhalt geben, einfach mal zu sagen: “Nö. Das lasse ich mir nicht gefallen."

Wir sind froh, zugängliche Produkte anbieten zu können, die unseren Versicherten den Rücken stärken. Versicherung muss nicht kompliziert und nervig sein - das beweisen wir Tag für Tag. Dennoch wären wir natürlich um einiges glücklicher, wenn es solcherlei Probleme im 21. Jahrhundert überhaupt nicht mehr gäbe. Frauen für das Thema Versicherung zu sensibilisieren und mögliche Barrieren abzubauen, treibt uns daher stark um.

2020: Was Getsafe noch zu tun hat

Als Arbeitgeber ist es unsere Pflicht, auch unser Handeln stets kritisch zu hinterfragen. Als Tech Startup sehen wir uns mit einem typischen Symptom der Tech-Branche konfrontiert, denn mehr als die Hälfte unserer Mitarbeiter ist männlich. Diversität und Chancengleichheit zählen aber zu unseren Grundwerten und wir glauben, die Voraussetzungen geschaffen zu haben, um ein Team mit 50%igen Frauenanteil zu schaffen. Noch haben wir das nicht geschafft, sind aber auf einem sehr guten Weg: Knapp 40 Prozent der Belegschaft sind Mitarbeiterinnen.

Ausruhen werden wir uns an diesem Punkt jedoch noch lange nicht. Denn gerade die Führungskräfte sind fast ausschließlich männlich. Das sehen wir als ein deutliches Signal, dass auch wir aktiv noch mehr dafür tun können, dass sich Frauen bei uns bewerben. “Empowering Women” ist ein wichtiger Punkt auf unserer Agenda 2020.

Weitere Informationen zum Thema:

Versicherungen für Frauen werden immer wichtiger - Süddeutsche Zeitung

Frauen sind öfter schlechter versichert als Männer - Welt

A Call to Action: Engaging Men in Gender Equity - Empower Women (Englisch)

Autor: Kathrin