Wie lange dauert es, bis ich einen Job finde?

Wir verraten dir, wie du deine Jobsuche beschleunigen kannst.

14.05.2018
Marlen

Du ahnst es wahrscheinlich schon. Wie so oft im (Berufs-)Leben, lautet die unbefriedigende Antwort: „Es kommt darauf an“. Worauf denn? Das erfährst du in diesem Artikel. Also lehn dich zurück und lies, was du selbst tun kannst, um die Zeit der Jobsuche möglichst kurz zu halten.

Welche Faktoren entscheiden, wie schnell ich einen Job finde?

1. Allgemeine Wirtschaftslage: Wenn du gerade in Deutschland auf Jobsuche bist, brauchst du dir über diesen Punkt keine Gedanken zu machen. Der deutschen Wirtschaft geht es blendend. Es wird investiert und die Auftragsbücher der meisten Unternehmen sind prall gefüllt. Anders sieht es aus, wenn du dich z. B. in Spanien bewirbst. Dort kann die anhaltend schwache Wirtschaftslage durchaus negative Auswirkungen auf deine Bewerbung haben. Wenn du von einem Job unter der spanischen Sonne träumst, solltest du dir dessen bewusst sein.

2. Branche: Natürlich gibt es Branchen, deren Produkte aufgrund aktueller Entwicklungen nicht besonders angesagt sind. Ein Beispiel ist die zunehmende Abkehr von der Braunkohleindustrie – wer hier seine Zukunft sieht, hat es unter Umständen schwieriger als ein Spezialist für nachhaltige Energie.

3. Unternehmen: Auch wenn die Bewerbungsunterlagen noch so gut sind – von außen ist es immer schwer zu beurteilen, was bzw. WEN ein Unternehmen genau sucht. Das „Big Picture“ kennen nur die Personalverantwortlichen. Fazit: Manchmal steckt man einfach nicht drin.

4. Du selbst. Was du selbst dafür tun kannst, dass deine Jobsuche möglichst schnell beendet ist, erfährst du im folgenden Abschnitt.

(5. Glück: …gehört wie immer im Leben auch ein bisschen dazu. 😊)

Was kann ich selbst tun, damit ich schnell einen Job finde?

1. Einen Plan haben

Was interessiert dich wirklich? Wofür brennst du? Und wo siehst du dich in 5 Jahren? Wer einen Plan hat, profitiert auch in seiner Bewerbungsphase davon und kann damit im Gespräch punkten. Hinterfrage deine Pläne und sei dir sicher, dass nicht nur dein Kopf ein Ziel verfolgt, sondern, dass auch dein Bauchgefühl zustimmt. Hierbei können dir auch Methoden aus der Hypnose oder dem NLP behilflich sein

Benedikt Ahlfeld ist Experte für Entscheidungs-Psychologie. Er coacht und trainiert seit 10 Jahren Menschen aus Wirtschaft, Sport und Medizin für ein besseres Management und mehr Umsetzungskompetenz. Um zeitnah einen Job zu finden, rät er, sich zunächst auszuprobieren. Je umfangreicher du deinen Interessen nachgehst, desto eher kannst du eingrenzen, wonach du wirklich suchst. Mit der gewonnenen Erkenntnis kannst du Prioritäten setzen und gezielt Bewerbungen schreiben. Hinterfrage immer wieder deine Entscheidungen und Möglichkeiten, sodass du deinen (Traum-)Vorstellungen immer näher kommst.

2. Bewerbungsunterlagen-Check

Du hast noch keinen Job und aktuell viel Zeit? Statt Einladungen zum Vorstellungsgespräch erhältst du nur Absagen? Nutze die freien Tage, um deine Bewerbungsunterlagen einer kritischen Prüfung zu unterziehen. Sind alle Infos aktuell und vollständig? Ist die Präsentation ansprechend und an die Anforderungen der Branche angepasst? Würdest du dich selbst einstellen? Frage auch Freunde oder Bekannte nach ihrer ehrlichen Meinung und sei offen für Verbesserungsvorschläge. Im Internet findest du viele Tipps, wie du mit einfachen Maßnahmen deine Bewerbungsunterlagen auf Vordermann bringst.

Um im Gedächtnis eines Recruiters zu bleiben, ist es essentiell, deine persönlichen Alleinstellungsmerkmale hervorzuheben. Nur so kann dein Arbeitgeber in spe registrieren, wofür du zukünftig einsetzbar bist und wo deine Stärken liegen, betont Jochen Mai von Karrierebibel. Das Job- und Bewerbungsportal liefert hilfreiche Tipps rund um Ausbildung, Bewerbung, Job und Karriere.

3. Vorbereitung aufs Vorstellungsgespräch

Bewerbungsgespräche sind Übungssache. Egal, um welchen Job es geht: Das erste Gespräch folgt meistens einem bestimmten Muster – und das kann man üben. Wer im Bewerbungsgespräch auf klassische Fragen („Warum haben Sie sich bei uns beworben?“, „Wo sehen Sie Ihre Stärken?“) nicht tip top vorbereitet ist, fällt sofort durch und ist selbst schuld daran! Und: wer sich vorher schon mit dem Unternehmen und dem anstehenden Gespräch beschäftigt hat, strahlt Selbstbewusstsein, Souveränität und Zuverlässigkeit aus. Das will jeder Personaler sehen.

“Unter Umständen macht es auch Sinn, bei einem Bewerbungstraining mitzumachen. Dort erfährst du, worauf die meisten Bewerbungsleiter achten, wie du deine Soft-Skills verbesserst und nachhaltig Eindruck hinterlässt“, rät Anchu Kögl, Unternehmer, Autor und Querdenker. Auf seinem Blog gibt er ungewöhnliche Tipps für ein besseres Leben. Er schreibt über Glück, Selbstbewusstsein und wichtige Lebensweisheiten.

4. Kontakte nutzen

Manchmal kann es so einfach und die nächste Chance direkt vor der Nase sein: “Oft unterschätzen wir, wie viele Menschen wir kennen und was für Kontakte sie wiederum haben. Dabei können Familienangehörige, Freunde und Bekannte enorm dabei helfen, an den richtigen Job zu kommen”, sagt Anchu Kögl.

Es schadet also nicht, wenn du möglichst vielen in deinem Umfeld von deiner Jobsuche berichtest. Vielleicht ist dein Traumjob ja nur ein paar Gespräche weit entfernt ;-).

5. Misserfolg? Nachhaken!

Eigentlich hattest du ein gutes Gefühl bei dieser Bewerbung. Trotzdem flattert dir wenige Tage später die nächste Absage ins Haus. Wie meistens: ohne Angabe von Gründen. Wer jetzt zum Telefon greift und den oder die Personalverantwortliche/n noch einmal persönlich anspricht, kann sich wertvolle Tipps für die nächste Bewerbung sichern. Frage konkret, woran es lag und was du künftig besser machen kannst. Und wer weiß: Vielleicht rutschst du ja irgendwie noch einmal in den Bewerbungstopf hinein?

6. Kompetenzen erweitern

Deine Bewerbungsunterlagen sind perfekt und du weißt nicht mehr, was du mit deiner freien Zeit anfangen sollst? Bilde dich weiter! Welche Themen interessieren dich so sehr, dass du dich in den nächsten Jahren beruflich damit beschäftigen möchtest? Im Internet gibt es unzählige kostenlose und kostenpflichtige Ressourcen (Webinare, E-Learning-Kurse, Fachwebsites, YouTube). Nutze sie, um dein eigenes Wissen zu erweitern.
Tipp: Eine gewisse Expertise in einem bestimmten Bereich sorgt dafür, dass du dich von anderen Bewerbern abhebst. Vergiss also auf keinen Fall, deine neuen Kenntnisse an passender Stelle ins Spiel zu bringen!

7. Flexibel sein

Berufsanfänger sein, ist alles andere als leicht. Die gute Nachricht: Die erste Jobsuche ist in der Regel die schwierigste. Wenn du erst einmal 2 – 3 Jahre Berufserfahrung gesammelt hast, wird alles leichter. Wichtig ist es, die Nerven zu behalten: Sieh die Bewerbungszeit als eine Art Prüfungsphase, in der du wertvolle Erfahrungen sammelst und an deren Ende hoffentlich ein toller (Einstiegs-)Job wartet.

Bis es soweit ist, gilt: je mehr Bewerbungen du schreibst, desto besser. „Leider verlaufen die meisten Bewerbungen im Sande. Häufig gibt es einfach zu viele Bewerber für eine Stelle”, erklärt Bewerbungsprofi Kögl. Lege dich also nicht so schnell auf eine Stelle fest, sondern stelle dich breiter auf. Manche Ausschreibungen klingen im ersten Moment vielleicht nicht nach deinem Traumjob – aber lass dich doch vom Gegenteil überzeugen.

Geheimtipp: je mehr Rückmeldung du bekommst, desto besser kannst du deine Unterlagen und dein Auftreten optimieren und herausfinden, was dir bei einem Job wirklich wichtig ist und wo du Kompromisse eingehen kannst.

Apropos Einstiegsjob: Es ist überhaupt nicht schlimm, wenn der allererste Job nicht zu 100 % deinen Erwartungen entspricht. Viele Unis (und Angeber im Internet) schüren eine hohe Erwartungshaltung in ihren Studenten („Als Ingenieur, könnt ihr mit einem Einstiegsgehalt von XX € rechnen.“). Da jede Branche anders tickt und das Gehalt von vielen verschiedenen Faktoren abhängt, kann es aber gut sein, dass du z. B. eine Stelle erwischst, bei der du erst einmal weniger verdienst, aber dafür ein Arbeitsfeld bekommst, dass dich fachlich weiterbringt – was dir langfristig auch finanziell zugute kommt.
Auch was den Arbeitgeber, den Arbeitsort oder deine Aufgaben im Job angeht, zahlt sich eine gewisse Flexibilität für Berufsanfänger häufig aus. Das heißt natürlich nicht, dass du jeden x-beliebigen Job annehmen sollst, mit dem du dich am Ende nicht wohlfühlst. Aber: Wer bei der Suche nach dem ersten Job zu festgefahren ist, schießt sich schnell selbst ins Aus.


Was erwarten Unternehmen eigentlich von Berufseinsteigern?

Im Unternehmen stehst du als Berufseinsteiger erst einmal am unteren Ende der Nahrungskette. Deshalb: Zeige, was du kannst aber glaube nicht, dass du schon alles weißt – von der tatsächlichen Arbeitsrealität haben die meisten Berufsanfänger nämlich erst einmal keine Ahnung (es heißt ja nicht umsonst „Anfänger“). Aber: das ist gar nicht schlimm! Gute Personaler erwarten gar nicht, dass du bereits alle Mechanismen kennst und branchenintern vernetzt bist. Zu Beginn deiner Karriere zählen vor allem eine überzeugende Persönlichkeit sowie ggfs. Vorkenntnisse / Praktika und ordentliche Noten.


8. Vertrauen haben!

Wenn du alles getan hast, um deiner Bewerbung zum Erfolg zu verhelfen, wenn das Feedback durchweg positiv ist und du eine gewisse Flexibilität mitbringst – dann wirst du Erfolg haben. Letztendlich gehört zu jeder erfolgreichen Bewerbung auch immer ein Quäntchen Glück. Wichtig sind eine gesunde Portion Selbstvertrauen, Lernbereitschaft und manchmal auch einfach ein bisschen Durchhaltevermögen.

Wir wünschen dir viel Erfolg bei der Jobsuche!

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