Büro oder Home Office – Das sind die Vor- und Nachteile

Hier erfährst du alles über Alternativen zum klassischen Büroalltag.

07.05.2018
Marlen

Früher war der Büroalltag klar geregelt: Morgens den ersten Kaffee holen, kurz mit den Kollegen quatschen, an den eigenen Schreibtisch setzen, arbeiten. Was an Dokumenten benötigt wurde, fand sich in Ordnern, Ablagen und später natürlich im Computer.

Mittlerweile gibt es Laptops, WLAN, flexible Arbeitsplätze, Cloud-Systeme… Und immer häufiger stellt sich die Frage: „Warum muss ich eigentlich im Büro anwesend sein, wenn ich meine Arbeit auch im Café, auf der Parkbank oder Zuhause erledigen könnte?“

Viele Arbeitgeber schrecken immer noch vor dem Wort Home Office zurück. Die These, dass Mitarbeiter grundsätzlich im Büro effektiver arbeiten als zu Hause, ist jedoch längst widerlegt. Wer wo, wann am besten arbeitet, entscheiden vor allem die eigene Persönlichkeit, die Aufgaben, die zu erledigen sind und die Organisation innerhalb des Büros bzw. des Unternehmens. Ein Beispiel: Manche Menschen bevorzugen absolute Stille beim Arbeiten, andere blühen im Trubel eines Großraumbüros erst so richtig auf.

Arbeiten im Büro – Pro & Contra

Pro

  • Der direkte Austausch mit deinen Kollegen ist meistens doch effektiver, als Dinge per E-Mail und Telefon zu regeln
  • Im passenden Umfeld fällt es häufig leichter, sich länger auf eine bestimmte Aufgabe zu konzentrieren.
  • Viele Menschen schätzen einen geregelten Tagesablauf.
  • Du verpasst keine wichtigen Büro-News (aka Klatsch und Tratsch 😉)
  • Du baust soziale Kontakte auf und pflegst sie über einen längeren Zeitraum. Viele Freundschaften und Beziehungen entstehen am Arbeitsplatz!

Contra

  • Der direkte Austausch mit den Kollegen entwickelt sich nicht selten zum Kaffeeklatsch.
  • Wo viele Menschen arbeiten, ist häufig die Lautstärke ein Problem. Oder die Temperatur (zu heiß, zu kalt, es zieht… ).
  • Wenn du kreativ arbeitest, kann es hilfreich sein, öfter die Umgebung zu wechseln.
  • Du musst evtl. zu Zeiten arbeiten, die deiner inneren Uhr widersprechen. Das kann sich negativ auf die Produktivität auswirken.

Welche Alternativen zum klassischen Büro gibt es?

Home Office

Wer gerne in einer ruhigen Umgebung arbeitet, ist am heimischen Schreibtisch gut aufgehoben. Vorausgesetzt, er hat nicht gleichzeitig drei Kleinkinder zu versorgen, die Handwerker im Haus oder generell Probleme damit, sich auf bestimmte Aufgaben zu fokussieren. Die Vorteile sind klar: Mehr oder weniger freie Zeiteinteilung, wenig Ablenkung durch Kollegen, die Möglichkeit, sich den Arbeitsplatz perfekt einzurichten…

Nachteile: Zu viel Zeit alleine kann einsam machen oder dazu führen, dass Zeit vertrödelt wird. Ein Portion Eigenmotivation gehört im Home Office unbedingt dazu. Bei unliebsamen Aufgaben kann es außerdem vorkommen, dass plötzlich das Bad geputzt werden muss – und zwar SEHR dringend. 😉 Die Autorin dieses Artikels spricht hier übrigens aus Erfahrung. In diesem Fall lohnt es sich eventuell, auf Variante 2 umzusteigen:

 

Cafés oder öffentliche Orte

Vor allem Kreative fühlen sich häufig an Orten wohl, an denen ein gewisses Grundrauschen herrscht. Neben Cafés kommen auch Bibliotheken, Parkbänke, Flughäfen usw. als Arbeitsplatz in Frage. Hinzu kommt, dass die Inspirationsquellen im öffentlichen Raum schier endlos sind. Außerdem besteht die Möglichkeit, bei schönem Wetter draußen zu arbeiten. Das Bedürfnis, dringend putzen zu müssen, hält sich an öffentlichen Orten in der Regel ebenfalls in Grenzen. Falls nicht, solltest du dir dringend einen saubereren Arbeitsplatz suchen. Nervig: WLAN-Probleme und Minitische.

Achtung: Wenn du ein Café als Arbeitsplatz nutzt, denke daran, dass du deinen Tisch nicht gemietet hast. Du bist ein Gast, der einen fremden Service in Anspruch nimmt und solltest im Gegenzug entsprechend konsumieren. Also sei fair und unterstütze deinen Local Coffee Dealer! 😉

Coworking Spaces

Hier mietest du für eine bestimmte Zeit (z. B. tageweise) einen Arbeitsplatz in einer Art öffentlichem Büro. Die Vorteile: Die übliche Büro-Infrastruktur (Schreibtische, Drucker, Kaffeeküche) ist in der Regel vorhanden und das WLAN meistens stabiler als im Café. Außerdem triffst du spannende Menschen, die ganz unterschiedliche Dinge tun. Coworking Spaces sind häufig sehr inspirierende Orte, an denen coole Ideen entstehen. Nachteile: Teurer als Home Office und eventuell tauchen typische Büro-Probleme auf (Lautstärke, Temperatur usw.).

Mehr Infos zum Thema Coworking findest du hier!

Die mit Abstand größte Dichte an Coworking Spaces gibt es in Berlin. Aber auch andere Städte haben coole Locations zu bieten. 

Getsafe empfiehlt: 7 Coworking Spaces, die einen Besuch wert sind!

betahaus, Berlin

Das betahaus in Berlin ist Community, Coworking Space und Eventlocation in einem. Gründer, Startups, Arbeitsgruppen, Freelancer… hier kommen Menschen zusammen, die an neuen und alten Ideen arbeiten wollen. Kreativ, international, pulsierend – Berlin eben!

© Danique van Kesteren

places, Hamburg

Auf mehr als 800 m² warten verschiedenste Arbeitsbereiche auf Gründer und Kreative. Vom Open Space über private Work Boxes wird alles im places geboten. Erholung bieten Café und Lounge. Für Events stehen verschiedene Räume und sogar ein kleines Kino zur Verfügung. Ein Lieblingsplatz in der Hafenstadt!

© places hamburg

WERK1, München

Früher Kartoffelwerkstatt, heute Kreativquartier mit Sinn für Gemeinschaft: Coworker haben ein Zuhause im Herzen von München. Unter einem Dach mit ca. 40 digitalen Startups und dem Café der Stadt arbeitet ihr im WERK1 in einzigartiger Atmosphäre und direkt am Puls der Münchner Startup-Szene.

© WERK1

Basislager Coworking, Leipzig

Im Basislager finden Unternehmensgründer und Startups eine zentrumsnahe Community. Moderne Büroräume ermöglichen eine produktive Arbeitsatmosphäre und den regen Austausch mit anderen Gründern. Auf fünf Etagen arbeiten ca. 150 Jungunternehmer, bunt durch alle Branchen gemischt!

© Anne Schwerin

STARTPLATZ, Köln + Düsseldorf

STARTPLATZ im Herzen der Rheinischen Gründerszene ist Treffpunkt und erste Anlaufstelle der Gründer und Startups der Region. Auf rund 4.500 m² im Kölner Mediapark und 1.900 qm im Düsseldorfer Medienhafen entstand ein komplettes Ökosystem, mit genügend Platz zum produktiven Coworken.

© STARTPLATZ

Dock3, Mannheim

Auf rund 200 qm bietet das Dock3 flexible Arbeitsplätze und Kontakte zu anderen kreativen Dienstleistern – und das alles mit einem phänomenalen Blick auf den Hafen! Mannheims aufstrebender Stadtteil Jungbusch bietet allen “Hafenarbeitern” das perfekte Klima, um gemeinsam produktiv zu sein.

© DOCK3

PionierGarage, Karlsruhe

Das Launchpad der PionierGarage wird von Studenten betrieben und bietet jungen Entrepreneuren, studentischen Projektteams aber auch Freelancern aller Branchen das richtige Umfeld, um Ideen auszutauschen und durchzustarten. Zum Areal gehören Büros für sechs Startups und ein großer Coworking Space.

Wie überzeuge ich meinen Arbeitgeber?

Wenn dir eine flexible Gestaltung deiner Arbeitszeit oder deines Arbeitsplatzes wichtig ist, solltest du bereits im Bewerbungsgespräch herausfinden, wie dein potentieller neuer Arbeitgeber zu diesem Thema steht. Tipp: Wie bereits erwähnt, sind viele Chefs noch immer skeptisch und reagieren allergisch auf das Wort Home Office. Wenn du das Thema ansprechen möchtest, solltest du es besser vorsichtig angehen und darauf achten, wie dein Gegenüber reagiert. Ein guter Einstieg wäre z. B. „Sind alle Mitarbeiter immer hier vor Ort oder werden auch flexible Arbeitsmodelle angeboten?“

Wenn du bereits länger im Unternehmen arbeitest, informiere dich z. B. bei der Personalabteilung, welche Möglichkeiten für dich in Frage kommen. Hier kann es nichts schaden, auch eigene Ideen einzubringen – sofern du sie überzeugend darlegen und begründen kannst.

 

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