So riskieren junge Deutsche ihr Einkommen!

Die meisten Berufseinsteiger sind entweder unter- oder überversichert.

22.05.2018
Marlen

Wenn in den USA über das Thema Krankenversicherung diskutiert wird, erntet das hierzulande nur ungläubiges Kopfschütteln. Keine Krankenversicherung – das passt so gar nicht zum Weltbild der pflichtversicherten Deutschen. Was dabei häufig übersehen wird: Auch in Deutschland riskieren immer mehr Menschen Haus und Hof, weil sie nicht richtig versichert sind!

Das betrifft vor allem Berufseinsteiger. Was sind die Ursachen? Haben Millennials schlicht und ergreifend keine Lust auf Versicherungen? Halten sie sie für unnötig? Setzen sie auf die falschen Produkte?

Klar ist: Wer mit Schule und Studium fertig ist und ins Berufsleben startet, der hat erst einmal anderes im Kopf, als sich mit Versicherungen zu beschäftigen. Und: wer es bisher nicht gewohnt war, sich um die eigene Absicherung zu kümmern, der neigt dazu, das auch als junger Erwachsener nicht zu tun. Hinzu kommt: Versicherungen spielen in der schulischen Bildung überhaupt keine Rolle. Für die meisten jungen Menschen bedeutet die erste Auseinandersetzung mit dem Thema erst einmal komplettes Neuland – eine weitere Hemmschwelle.

Wo sind die Lücken im Versicherungsschutz der Berufseinsteiger?

Lücken zeigen sich vor allem bei der Absicherung gegen Risiken, die (noch) nicht zum Alltag der jungen Erwachsenen gehören: Berufsunfähigkeit, Rente und Pflege sowie Unfallschutz. Dass z. B. Unfälle, die in der Freizeit passieren, meist nicht von der gesetzlichen Unfallversicherung abgedeckt werden, wissen nur die wenigsten.

Auch um eine private Haftpflichtversicherung kümmern sich viele junge Leute erst, wenn sie direkt oder indirekt mit dem Thema in Berührung kommen (z. B. wenn sie selbst oder Freunde einen Schaden verursachen und dafür aufkommen müssen). Eine gefährliche Nachlässigkeit: Gerade Personenschäden können, wenn es blöd läuft, in die Millionen gehen!

Im Vergleich zu früher, haben Berufsanfänger heute bereits einen im Wert nicht zu unterschätzenden Hausstand. Auch der sollte geschützt werden! Eine Hausratversicherung schützt gegen Einbruch und Feuer. Achtung: Schäden durch Blitz, Stum und Überschwemmung (höhere Gewalt) sind häufig nicht oder nur unter bestimmten Bedingungen gedeckt. Doch gerade hier geht es häufig um sehr hohe Summen. Wer in gefährdeten Gebieten oder in der Nähe von Umspannwerken wohnt, sollte also über eine Zusatzversicherung nachdenken.

Außerdem ist es wichtig, daran zu denken, dass Versicherungen von Zeit zu Zeit aktualisiert werden müssen – vor allem, wenn der Lebensstandard sich ändert, weil z. B. mehr verdient wird oder wenn sich die Wohnfläche einer Immobilie durch einen Umbau vergrößert oder verkleinert. Sonst droht im Schadensfall eventuell ein „Nein“ der Versicherung.

Nur für kurze Zeit

Haftpflicht ab 40,08 Euro / Jahr

Einkommensschutz: Krankheiten und Unfälle kennen kein Alter!

Kein schöner Gedanke, aber: auch mit den Themen Berufs- und Erwerbsunfähigkeit sollte sich jeder junge Mensch beschäftigen. Wer aufgrund einer Krankheit oder eines Unfalls für längere Zeit nicht arbeiten kann, der bezieht zwar in der Regel Krankengeld und irgendwann eine staatliche Erwerbsminderungsrente – diese Leistungen reichen aber nicht aus, um den eigenen Lebensstandard langfristig zu halten!

Wer als Berufsanfänger denkt „Das hat ja noch Zeit, ich bin jung und gesund“, liegt falsch. Krankheiten und Unfälle kennen kein Alter! Und: Gerade wer jung und gesund ist, sollte sich gut versichern. Je älter der Mensch ist und je mehr Vorerkrankungen er mitbringt (dazu zählen z. B. auch Rückenschmerzen und psychische Probleme), desto schwieriger wird es, eine entsprechende Versicherung abzuschließen. Merke: Eine Berufsunfähigkeits- oder eine Einkommensversicherung gehört in jedes Versicherungspaket für Berufsanfänger.

Für jede Sorge ein Angebot: Versicherungen, die keiner braucht!

So blöd es klingt: gerade junge Menschen sind häufig unter- und überversichert zugleich. Der Grund: Versicherungen sind findig, wenn es um das versichern neuer Risiken geht. „Für jede Sorge ein Angebot“, so die Devise. Und die Rechnung geht auf: Während bei wirklich nötigen Versicherungen (siehe Einkommensschutz) gespart wird, wird an anderen Stellen fleißig bezahlt – obwohl der Schutz gar nicht – oder nicht mehr nötig ist.

Dazu gehören z. B. Handy-, Brillen- oder Glasversicherungen: Diese Versicherungen werden vom Bund der Versicherten e. V. (BdV) nicht empfohlen. Der Grund: Die Schäden lassen sich in den meisten Fällen vergleichsweise leicht aus eigenen Mitteln begleichen. Tipp: Besser in eine gute Hausratversicherung investieren!

Reisegepäckversicherung: Die Reisegepäckversicherung ist fast immer komplett überflüssig – sie greift meist sowieso nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen („Können Sie beweisen, dass Sie Ihr Gepäck zu keiner Zeit aus den Augen gelassen haben?“). Die gute Nachricht: Das Reisegepäck ist in den meisten Hausratversicherungen inbegriffen.

Reiserücktrittsversicherung: Hier sollte man genau prüfen, inwieweit das Risiko im Verhältnis zu den Kosten für die Versicherung steht. Reiserücktrittsversicherungen greifen häufig nur bei plötzlich auftretenden ganz schweren Krankheiten oder Todesfällen.

Auslandskrankenversicherungen: …wenn man gar nicht ins Ausland bzw. außerhalb der EU reist. Viele schließen eine solche Versicherung z. B. anlässlich der ersten großen Reise nach dem Schulabschluss ab und zahlen anschließend einfach weiter.

5 Tipps für den richtigen Umgang mit Versicherungen:

  • Kleingedrucktes lesen: Viele schätzen den Umfang ihrer Versicherung falsch ein, weil sie das Kleingedruckte nicht lesen. Im Schadensfall droht dann das böse Erwachen.
  • Gegenstände fotografieren: Hausratsversicherungen zahlen nur für Dinge, die nachweislich im Haushalt vorhanden sind/waren.
  • Belege aufbewahren: Belege dienen als Beweis- und Dokumentationsmittel (s. Gegenstände fotografieren). Auch wenn der Wert einer Sache geschätzt werden muss, sind sie hilfreich.
  • Ehrliche Angaben machen: Versicherungen sind keine Wohlfahrtsunternehmen – im Schadensfall prüfen sie ganz genau, ob sie leisten müssen oder nicht. Es empfiehlt sich deshalb, das Kleingedruckte im Versicherungsvertrag auch tatsächlich zu lesen. So langweilig es auch sein mag.
  • Am Ball bleiben: Regelmäßig prüfen ob die Versicherung wirklich (noch) notwendig ist und Angaben regelmäßig aktualisieren – vor allem, wenn sich die Lebensumstände ändern.

Nur für kurze Zeit

Haftpflicht ab 40,08 Euro / Jahr

We use cookies to give you the best, most relevant experience.

Here you can read our terms.