Mein wichtigster Finanztipp: Bezahle dich selbst zuerst!

Finanzblogger Ricardo erklärt dir, warum du beim Thema Finanzen zuerst in dich selbst investieren solltest und warum eine private Altersvorsorge sinnvoll ist

Artikel

Lesedauer: 5 Minuten

2022-06-02

Vor etwa acht Wochen habe ich meine monatliche Sparrate erhöht. Im Grunde schnell erledigt: Ein paar Klicks mit der Maus und schon fließen jeden Monat einige Euro mehr ins Depot.

Der Zeitaufwand hierfür: minimal. Der psychologische Effekt auf einen selbst, den Konsum und die Motivation hingegen: enorm.

In diesem Artikel erfährst du, wie ich mein Geld investiere, warum ich mich seit Monaten selbst zuerst bezahle, was es damit auf sich hat und warum diese Vorgehensweise (zumindest bei mir) dazu geführt hat, dass ich ein ganz anderes Verhältnis zu Geld aufbauen konnte. Willst du mehr über mich erfahren, dann schau gerne auf meinem Finanzblog vorbei.

Ist konstant mehr Geld da, wird die Sparrate erhöht

Wer selbstständig ist, wird es kennen: Die monatlichen Einnahmen sind nicht konstant und unterliegen Schwankungen. So ist es auch bei mir. Jeden Monat bleibt eine andere Summe nach Abzug aller Kosten übrig.

Dennoch lassen sich natürlich Trends erkennen, die es einem ermöglichen, Einnahmen-Prognosen für die Zukunft aufzustellen. Immer wenn ich glaube, dass ich eine bestimmte Summe jeden Monat zusätzlich konstant sparen kann, erhöhe ich meine Sparrate.

So erhöhe ich den Druck, diese Summe auch zukünftig weiterhin übrig haben „zu müssen“. Das motiviert mich, noch effektiver zu arbeiten und kreativer zu werden, weitere Einnahmequellen zu erschließen.

In einen weltweit gestreuten ETF investieren

Das Geld, das ich jeden Monat spare, investiere ich in einen weltweit gestreuten ETF. Also einen Fonds, der die Wertentwicklung eines ganz bestimmten Index nachbildet – wie beispielsweise den DAX oder den FTSE All-World.

Auf diese Weise erwerbe ich jeden Monat einen kleinen Bruchteil an tausenden Unternehmen weltweit. Diese Investments sind ein wesentlicher Bestandteil meiner privaten Altersvorsorge.

Die gesetzliche Rente reicht nicht aus

Wie die meisten Menschen bereits wissen: Die gesetzliche Rente reicht nicht aus, die Rentenlücke wird immer größer und der Rentenbeginn ist ungewiss. Daher wird es immer wichtiger, auch privat Altersvorsorge zu betreiben. Bei Selbstständigen ist die Notwendigkeit, sich selbst um die eigene Altersvorsorge zu kümmern, noch deutlich größer.

Nur wer in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlt, kann auch später Leistungen aus dieser erhalten. Da die meisten Selbstständigen nicht in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen und somit auch später keine Leistungen erhalten werden, sind sie gut beraten, früh, aktiv und eigenverantwortlich das Thema private Altersvorsorge anzugehen.

Warum ich mich selbst zuerst bezahle

Mein Sparplan wird immer am Anfang eines Monats ausgeführt. So habe ich bereits am ersten Tag in meine Altersvorsorge investiert und laufe nicht Gefahr, dass ich das hierfür eingeplante Geld über den Monat hinweg für andere Dinge ausgebe.

Das Problem, welches wahrscheinlich viele kennen, lautet: Ist Geld da, ist es auch schnell wieder weg. Dadurch, dass ich zuerst in mich selbst investiere (in Form meiner Altersvorsorge), minimiere ich das Risiko, zu viel Geld für Konsum auszugeben und am Ende des Monats nicht mehr genug übrig zu haben, um für meine Zukunft vorzusorgen.

Ein weiterer Vorteil davon, sich selbst zuerst zu bezahlen, besteht darin, so mit einem festen Budget für sämtliche weiteren Ausgaben auskommen zu müssen. Für mich bedeutet das: Wenn ich alle Rechnungen pünktlich bezahlen will, muss ich gut haushalten und lernen, besser mit Geld umzugehen.

Ausgaben hinterfragen und Konsum reflektieren

Wer sich selbst zuerst bezahlt, wird zwangsläufig seine Ausgaben hinterfragen. Sind die neuen Paar Schuhe wirklich nötig oder reichen nicht auch die bestehenden zehn Paar, die bereits im Schuhschrank liegen? Muss es wirklich wieder das neueste iPhone sein oder ist nicht auch das aktuelle Handy vollkommen ausreichend?

Wichtig ist mir hierbei zu betonen, dass es nicht darum geht, jeden Cent zweimal umzudrehen und bei der Lebensqualität einzusparen, nur um ein paar Euro mehr sparen zu können.

Das Stichwort lautet: bewusster Konsum. Der entlastet nicht nur den Geldbeutel, sondern kann auch zu einem nachhaltigeren und bewussteren Leben beitragen.

Was du für deine Altersvorsorge tun kannst

1. Richte dir ein Haushaltsbuch ein

Der erste Schritt, um für deine Zukunft vorzusorgen ist, dass du dir über deine Einnahmen und Ausgaben bewusst wirst. Nur wenn du weißt, wo dein Geld hinfließt, kannst du prüfen, ob es Optimierungsmöglichkeiten gibt und wie diese konkret aussehen könnten.

Mit einem Haushaltsbuch erhältst du diesen Überblick über deine Finanzen. Du kannst dein Haushaltsbuch ganz klassisch mit einem Blatt Papier und einem Stift führen. Es stehen dir heutzutage auch einige Apps zur Verfügung, die dir das Führen eines Haushaltsbuches in digitaler Form ermöglichen.

2. Gehe deine Altersvorsorge aktiv an

Der nächste Schritt besteht darin, deine Altersvorsorge aktiv anzugehen. Das mag auf den ersten Blick vielleicht öde erscheinen. Du wirst aber feststellen, dass es ein unheimlich beruhigendes Gefühl ist, zu wissen, wie viel Geld am Ende des Monats übrig bleibt und dass du in eine gesicherte Zukunft blickst.

Zur privaten Altersvorsorge in Deutschland zählt die Riester-Rente, die Rürup-Rente, Versicherungen, Bankprodukte und Börsenprodukte. Es kann sich mitunter sehr für dich lohnen, diese Optionen mit einem fachkundigen Menschen zu besprechen.

3. Prüfe, was individuell für dich Sinn ergibt

Die private Altersvorsorge ist so individuell wie der Mensch selbst. Es ist also unmöglich, eine seriöse Empfehlung an jemanden auszusprechen, dessen persönliche Situation einem nicht bekannt ist. Daher will ich an dieser Stelle nur kurz anreißen, wie ich selbst für mein Alter Vorsorge betreibe.

Meine private Altersvorsorge beruht im Wesentlichen auf 2 Bausteinen: Dem Besparen eines weltweit investierenden ETFs, welcher sowohl Industrie- als auch Schwellenländer abdeckt, um so an der globalen, wirtschaftlichen Entwicklung zu partizipieren.

Und dem Kauf von kleinen Eigentumswohnungen zur Kapitalanlage. Der größte Teil meines Geldes steckt derzeit in eben diesen Eigentumswohnungen, welche ich langfristig und solide vermiete. Dieses Investment ist nicht nur zeitintensiv, sondern birgt auch teils große Risiken.

Ich fühle mich mit diesen beiden Bausteinen für meine private Altersvorsorge sehr wohl. Und genau das ist es, was ich dir auch empfehle: Inspiration von anderen Menschen einzuholen ist gut und wichtig. Dennoch musst du am Ende entscheiden, was sich für dich richtig anfühlt. Was für andere Menschen gut ist, muss nicht auf dich zutreffen. Genauso ist es auch andersherum. Du entscheidest, was gut für dich ist.

Der beste Zeitpunkt zu starten war gestern, der zweitbeste ist heute

Was wie ein abgedroschener Spruch klingen mag, trifft es in der Realität sehr gut auf den Punkt. Sofern du noch nicht begonnen hast, dich mit deiner privaten Altersvorsorge zu beschäftigen, ist heute der beste Tag, um dies zu ändern.

Solltest du heute beginnen, wirst du in ein paar Jahren auf den heutigen Tag zurückblicken und dich beglückwünschen, dass du gestartet bist. Ich wünsche dir viel Erfolg!

Du möchtest mehr über Ricardo und die Finanzwelt erfahren? In seinem Finanzblog erfährst du alles, was du wissen musst.

Autor: Getsafe