Schadensbericht – Anna und das Kerzengesteck
Eigentlich wollte Anna (21 J. alt, Name geändert) sich nur einen gemütlichen Abend vorm TV machen – doch der war definitiv vorbei, als ihre Deko-Kerze eine Stichflamme im Wohnzimmer auslöste. Im Interview erzählt sie, wie sie reagiert hat und wie der Schadensprozess ablief

Fangen wir mal von vorne an: Was ist denn eigentlich passiert?
Anna: Eines Abends war ich alleine zu Hause und habe Fernsehen geschaut, das war im Januar. Ich bin gerade in meine erste eigene Wohnung gezogen, der Fernseher war auch noch komplett neu und hing natürlich schön an der Wand. Ich hatte kurz zuvor von meiner Oma so ein Deko-Gesteck mit Kerzenhaltern geschenkt bekommen. Das hab ich zum Fernseher gestellt und dachte mir an dem Abend, ich mach mir mal gemütlich ein paar Kerzen an (lacht). Also habe ich ein paar Kerzen angezündet, bin in die Küche gegangen, um mir noch einen Tee zu kochen und dann hab ich’s auch schon rumsen hören – und dachte direkt, oh meine Güte, was ist das denn jetzt?! Als ich wieder drüben war, habe ich nur noch gesehen, dass das Gesteck mit den Kerzen irgendwie umgekippt war – ich vermute mal, die Halterung war leider relativ lose. Das Grünzeug vom Gesteck wurde leider in so eine kleine Stichflamme angezündet, die wiederum direkt den Fernseher angeschmolzen hat. Ich hab dann nur ganz schnell mein Wasser genommen und konnte das Feuer zum Glück löschen. Definitiv draus gelernt – keine Kerzen mehr unter dem Fernseher. Das war so’n bisschen doof.
Was hast du als erstes gemacht, als das Feuer gelöscht war?
Anna: Ich habe mir den Schaden am Fernseher angeguckt und direkt meinen Freund angerufen.

Wann kam dann bei dir der Moment, in dem du dachtest: Ah, Versicherungsfall?
Anna: Der kam tatsächlich erst, nachdem ich einer Freundin von der Situation erzählt hatte. Ich habe mich natürlich geärgert, dass der Fernseher kaputt war und sie hat mich gefragt, ob ich denn versichert sei. Woraufhin ich meinte: Klar, eine Hausratversicherung habe ich. Ich wusste aber nicht, dass dieser Schaden auch abgesichert ist! Hätte ich mit meiner Freundin nicht darüber geredet, hätte ich den Schaden wahrscheinlich nie gemeldet.
Was würdest du dir von uns wünschen, um die Versicherung noch klarer zu machen, damit du beim nächsten Mal direkt weißt, was eigentlich alles abgedeckt ist?
Anna: Ich glaube, das war großteils meine eigene Schuld, ich habe nämlich gar nicht so richtig in meine Versicherungsdokumente geschaut. Ich habe das abgeschlossen und so gedacht, na gut, das brauchst du vielleicht irgendwann mal. Im Nachhinein habe ich in der App auch gesehen, dass diese Brandschäden da mit drin sind. Also eigentlich ist es deutlich aufgelistet (lacht). Beim nächsten Mal würde ich auf jeden Fall direkt im Vorhinein, wenn ich die Versicherung abschließe, mal checken, was abgedeckt ist und was nicht. Dass eine Hausratversicherung wichtig ist, hat meine Mutter mir quasi zum Auszug mitgegeben.
Was war deine Erfahrung mit dem ganzen Schadensprozess?
Ich habe den Schaden in der App gemeldet – das geht ja zum Glück ganz easy über diesen Chat, der dann die Fakten abfragt. Ich wusste direkt, was von mir noch gebraucht wird und was ich noch einreichen musste. Vor allem vor dem Hintergrund, dass ich selbst noch nie vorher so allein versichert war, geschweige denn einen Schaden gemeldet habe. Ich war dann auch echt begeistert, wie schnell alles ging. Normalerweise hört man das ja von Versicherungen, dass sich da eher alles ‘n bisschen zieht, es müssen ja auch viele Sachen erledigt werden. Und dann war ich auch noch positiv überrascht, dass der Schaden in voller Höhe übernommen wurde, beziehungsweise ich den Neupreis des Fernsehers von 499€ zurückbekommen habe – damit habe ich nicht gerechnet. Ich war mir sicher, dass mir da ein Restwert oder eine Reparaturpauschale überwiesen wird.

Wie blickst du auf den Vorfall zurück?
Da ist auf jeden Fall was hängen geblieben. Meine Oma hat mir ein neues Gesteck geschenkt, aber das steht jetzt woanders und die Kerzen habe ich auch nur noch an, wenn ich wirklich im Raum bin – wenn ich in die Küche oder ins Bad gehe, dann puste ich sie immer aus. Ich gucke auch lieber zwei- oder dreimal nach, bevor ich aus dem Haus gehe, ob noch irgendwas an ist. In der Ausbildung verdiene ich jetzt auch noch nicht so viel, dass die Geldsumme für einen neuen Fernseher total egal wäre und es hätte ja auch noch einiges mehr passieren können, wenn ich nicht schnell reagiert hätte. Ich bereue schon sehr, was da passiert ist. Ich kann es nicht rückgängig machen, aber ich kann daraus lernen.
Das könnte dir auch gefallen:
