Lebensversicherung: So bereitest du dich auf den Gesundheitscheck vor
Welche Fragen werden gestellt, wie wirkt sich das auf die Versicherungsprämie aus und wie können junge Eltern von einer Lebensversicherung profitieren?

Bevor du eine Lebensversicherung abschließen kannst, durchläufst du einen sogenannten Gesundheitscheck. Zugegeben, das klingt kurz etwas beängstigend, aber in den meisten Fällen sind das ein paar einfache Fragen, die du beantworten musst. Dieser Artikel erklärt, welche Fragen gestellt werden und warum Versicherer diese Informationen brauchen. So bist du optimal darauf vorbereitet!
Es war einmal: Lebensversicherung ohne Gesundheitsprüfung?
Seit 2010 ist es nicht mehr möglich, eine Lebensversicherung ohne vorherige Gesundheitsprüfung abzuschließen. Der Grund dafür ist ganz einfach: die Kosten für den Kunden können so niedriger gehalten werden. Denn ohne einen Gesundheitscheck können sich die Versicherer nicht sicher sein, welches Risiko damit verbunden ist – was bedeutet, dass sie gezwungen wären, den Preis der Versicherung zu erhöhen.
Wenn du ein junger und gesunder Mensch bist, wirkt sich der Gesundheitscheck also sogar zu deinen Gunsten aus. Und selbst, wenn du in der Vergangenheit das ein oder andere gesundheitliche Probleme hattest, brauchst du dir keine Sorgen zu machen; die meisten Fragen haben nur einen geringen Einfluss auf deine Versicherungsprämie.
Vorteile für junge Familien
Junge Eltern sind im Vorteil wenn es um den Kauf einer Lebensversicherung geht. Nicht nur sind die Preise für jüngere Menschen im Allgemeinen niedriger, sondern viele Versicherer bieten auch einen vereinfachten Gesundheitscheck für frischgebackene Mütter und Väter an. Das liegt daran, dass junge Eltern statistisch gesehen ein geringeres Risiko tragen als Erwachsene ohne Kinder.
Der vereinfachte Gesundheitscheck macht es schneller und einfacher, sich zu versichern. Dir werden nur ein paar grundlegende Fragen gestellt, etwa wie groß und schwer du bist, ob du gefährliche Hobbys hast, an chronischen Krankheiten leidest und ob du vier aufeinanderfolgende Wochen oder länger wegen gesundheitlicher Probleme arbeitsunfähig warst.
Die vereinfachte Prüfung ist jedoch auch mit einigen Einschränkungen verbunden:
- Du und dein Partner müsst jünger als 40 Jahre alt sein
- Dein Kind darf am Tag des Versicherungsbeginns nicht älter als sechs Monate sein
- Die Vertragsdauer ist normalerweise auf etwa 25 Jahre begrenzt
- Die Versicherungssumme ist ebenfalls begrenzt, in der Regel auf maximal 75.000 Euro
Welche Fragen werden gestellt?
Die meisten Gesundheitschecks umfassen nur eine Reihe von Fragen, die sich auf deinen Lebensstil und deine Gesundheit beziehen. Die häufigsten Fragen beziehen sich auf Größe und Gewicht, deine Hobbys, den Beruf und deinen Gesundheitszustand in den letzten zehn Jahren. Du wirst außerdem gefragt, ob du Raucher bist. Als Raucher gilt, wer in den letzten 12 Monaten Zigaretten, Zigarillos, Zigarren, Pfeifen oder E-Zigaretten geraucht hat.
Achtung: Wenn du nach Vertragsbeginn mit dem Rauchen beginnst, solltest du deinen Versicherer so schnell wie möglich darüber informieren. Die meisten Versicherer werden dich dann auf einen separaten Tarif für Raucher umstellen können, der zwar etwas mehr kostet, dich aber dennoch schützt.
Beispiele für typische Fragen:
- Bist du in den letzten fünf Jahren wegen einer der folgenden Krankheiten behandelt worden?
- Nimmst du regelmäßig Medikamente ein? Wenn ja, welche Art von Medikamenten?
- Betreibe gefährliche Hobbys wie Tauchen, Klettern oder Extremsportarten?
Bei unklaren Formulierungen solltest du ein bisschen vorsichtig sein: Weißt du, ob der Versicherer Skifahren oder Snowboarden zu den “Extremsportarten” zählt? Hat der Versicherer dir eine klare Definition gegeben, was er unter “regelmäßig” versteht? Wir empfehlen, in einem ersten Schritt mit einem Berater zu sprechen – gemeinsam könnt ihr diese Fragen aus dem Weg räumen.
Aufgepasst: Die Gesundheitsfragen sind von Versicherer zu Versicherer unterschiedlich. Es ist wichtig, dass du jede Frage vollständig verstehst, bevor du antwortest. Im Zweifelsfall solltest du dich an deinen Versicherer oder Arzt wenden, wenn du bei einer Antwort unsicher bist. (Besonders empfehlenswert ist das auch dann, wenn Deutsch nicht deine Muttersprache ist. Der Teufel sitzt oft im Detail).
Diese Faktoren beeinflussen deine Versicherungsprämie
Lebensversicherer sind vor allem an chronischen Krankheiten oder Gesundheitszuständen mit dauerhaften Auswirkungen interessiert. Bluthochdruck, Diabetes und chronische Bronchitis sind nur einige Beispiele für Erkrankungen, die deine monatliche Prämie erhöhen. Aber auch andere Faktoren wie Extremsportarten, gefährliche Berufe oder Depressionen werden einen Einfluss haben. Weniger schwere Erkrankungen wie Migräne, Heuschnupfen oder Nahrungsmittelunverträglichkeit haben in der Regel keinen Einfluss auf die Prämie. Bei einigen Erkrankungen sind Rückfragen ganz normal: Wenn du zum Beispiel in den letzten zehn Jahren eine Verletzung hattest, wirst du gefragt, wie lange du im Krankenhaus warst, ob es Komplikationen oder bleibende Auswirkungen gab.
Natürlich ist es nicht immer leicht, sich an die komplette eigene Krankengeschichte zu erinnern. Wir empfehlen dir daher, die Ärzte und Kliniken, die du besucht hast, zu kontaktieren und nach deinen Patientenakten zu fragen. Auf diese Weise musst du nicht befürchten, versehentlich etwas zu übersehen, das später wichtig sein könnte. Und damit kommen wir zu unserem letzten Punkt ...
Ehrlich währt am längsten
Wir wissen: Der Versuch, etwas Geld zu sparen, indem man zum Beispiel vorgibt, nicht zu rauchen, könnte verlockend sein. Das ist allerdings keine gute Idee. Im Versicherungsfall zahlen die Versicherer nicht aus, wenn sich herausstellt, dass du bei der Gesundheitsprüfung keine ehrlichen oder nur unvollständige Antworten auf ihre Fragen gegeben hast.
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