Was passiert, wenn ich nicht mehr arbeiten kann?
So bereitest du dich ideal auf die Zukunft vor

Erster Job, erstes Gehalt, unendliche Möglichkeiten: Vermutlich verschwendest du gerade keinen Gedanken an Krankheiten oder Verletzungen, die in der Zukunft zu einer Berufsunfähigkeit führen könnten. Wenn du dich aber jetzt schon schützt, beugst du nicht nur eventuellen finanziellen Engpässen vor – sondern auch einigen Sorgenfalten.
Mit dem ersten Gehaltseingang kommt meist auch die Realisierung, wie viel Geld für Steuern und Vorsorge dein Konto gar nicht erst erreicht. Aber gerade die Ausgaben für Krankenversicherung, Erwerbsminderungsrente oder Rentenversicherung zahlen in deine Zukunft ein. Beispielsweise erhältst du eine Erwerbsminderungsrente von 60% deines Nettogehalts, wenn du nach mehr als einem Jahr im Berufsleben nicht mehr arbeiten kannst. Ein Sicherheitsnetz, das in vielen Fällen unzureichend ist – oder gar nicht ausbezahlt wird. Wir haben dir einige wichtige Informationen rund um die Vorsorge zusammengestellt, damit du dir darüber keine Sorgen machen musst.
Berufsunfähigkeit – betrifft mich das überhaupt?
Klar ziehen wir es vor, zu denken, dass wir immer fit und gesund bleiben werden. Und wir wünschen dir, dass du bis zum Rentenalter arbeiten kannst, eine gute Rente erhältst und deine besten Jahre in Ruhe genießen kannst! Nicht für jeden läuft das Leben aber so linear – in Deutschland werden jährlich 200.000 – 300.000 Personen arbeitsunfähig aufgrund von Krankheit oder Verletzung.
Die Gründe dafür sind vielfältig. Bei Menschen, die im Handwerk arbeiten, könnten Unfälle und körperliche Verletzungen sie daran hindern, ihre Arbeit über einen längeren Zeitraum auszuüben. Was viele Menschen jedoch nicht wissen, ist, dass psychische Krankheiten tatsächlich der häufigste Grund für Berufsunfähigkeit sind. Den Versicherungsanalysten Morgen & Morgen zufolge tragen psychische Erkrankungen wie Depressionen oder Burnout zu rund 31% aller Fälle von Berufsunfähigkeit bei. Daran wird klar: Vorsorge ist unabhängig von deinem Beruf wichtig.
Reicht die staatliche Erwerbsminderungsrente nicht aus?
Viele Menschen glauben, dass der Staat sie unterstützen wird, wenn sie nicht mehr arbeiten können. Ganz so klar ist das aber nicht, und es gibt eine Reihe von Bedingungen, die man zunächst erfüllen muss. Erstens unterscheidet der Staat zwischen "teilweise arbeitsunfähig" und "völlig arbeitsunfähig". Ersteres gilt, wenn du in einem Beruf nicht mehr als sechs Stunden pro Tag arbeiten können. Du giltst als vollständig arbeitsunfähig, wenn du in einem Beruf nicht mehr als drei Stunden pro Tag arbeiten kannst. Außerdem musst du in den letzten fünf Jahren mindestens drei Jahre lang in die staatliche Versicherung und insgesamt mindestens fünf Jahre lang in das System eingezahlt haben.
Selbst wenn du alle Kriterien erfüllst, sind die Zahlungen nicht so hoch, wie du vielleicht denkst. Die durchschnittliche Zahlung für Menschen, die vollständig arbeitsunfähig sind, betrug 2017 nur 716 € pro Monat. Dieser relativ geringe Betrag dürfte für die Mehrzahl der Lebenssituationen nicht ausreichen.
Ausnahmen für Berufsanfänger
Für Berufseinsteiger gibt es einige Sonderregeln. Wenn du z.B. einen Arbeitsunfall erleidest oder berufsbedingt krank wirst, musst du nur einmal in die Rentenversicherung eingezahlt haben, um Anspruch auf Berufsunfähigkeitsleistungen zu haben. Wenn sich in deiner Freizeit ein Unfall ereignet, musst du mindestens ein Jahr lang eingezahlt haben.
Nimm es selbst in die Hand
Glücklicherweise bist du nicht allein auf staatliche Unterstützung oder deine Ersparnisse angewiesen, um dein zukünftiges Einkommen zu sichern. Zwei gute Optionen für zusätzlichen Schutz sind die Berufsunfähigkeits- und die Unfallversicherung. Die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) zahlt, wenn du aufgrund von Krankheit oder Verletzung längere Zeit nicht arbeiten kannst. Die Unfallversicherung hingegen übernimmt Kosten im Zusammenhang mit Unfällen, die langfristige Schäden verursachen.
Du bist nicht sicher, welche Versicherung für dich die richtige ist? Ließ unseren Vergleich zwischen Berufsunfähigkeits- und die Unfallversicherung. In unserem Leitfaden zur BU erfährst du, ob diese Versicherung für deine aktuelle Situation in Frage kommt.
