Neuer Job während einer Pandemie: Eine gute Idee?

5 Fragen, die du dir stellen solltest, bevor du kündigst

Die Ereignisse von 2020 haben die Arbeitswelt neu aufgemischt. Während die einen sich einen neuen Job suchen mussten, mussten die anderen familiäre Verpflichtungen und Homeoffice unter einen Hut bringen. Und wenn du zu den Glücklichen gehörst, die im Homeoffice arbeiten können, dann hast du heute wahrscheinlich mindestens einmal die Worte "Du bist stumm, schalt das Mikrofon an" gesagt.

Die ganzen Aufregungen im vergangenen Jahr haben viele Menschen dazu veranlasst, ihre Karrierepläne zu verschieben. Du fragst dich wahrscheinlich, ob jetzt der richtige Zeitpunkt wäre, diese weiterzuverfolgen. Doch bevor du einen großen Sprung in etwas Neues wagst, solltest du einige Punkte beachten.

1. Wie würde mein Job aussehen, wenn wir uns nicht in einer Pandemie befinden würden?

Stelle dir folgende Fragen: Warum möchtest du deinen Job kündigen? Hängen die Gründe mit deiner Arbeit oder der ungewohnten Lockdown-Situation zusammen? Versuche dich daran zu erinnern, wie es war, als alles noch "normal" war. Selbst wenn du neu in deinem Job bist, kannst du (vorübergehende) pandemiebedingte Herausforderungen von (langfristigen) arbeitsbezogenen Problemen trennen. Hast du z. B. Kommunikationsprobleme mit deinen Teamkollegen, könnte es am Homeoffice liegen. Wenn aber deine täglichen Arbeitsaufgaben dich runterziehen, dann ist es wahrscheinlich Zeit für eine Veränderung.

2. Wie sind die Zukunftsaussichten in meiner Branche?

Einige Bereiche wie Reisen, Tourismus, Einzelhandel und Gastgewerbe sind stärker betroffen als andere. Niemand kann genau vorhersagen, wo die eigene Branche in einem Jahr stehen wird. Dennoch lohnt es sich, die jetzigen Veränderungen zu beobachten. Wie hat sich die Nachfrage nach bestimmten Fähigkeiten in deiner Branche verändert? Gibt es in einem anderen Arbeitsbereich neue Möglichkeiten für dich? Erstelle eine Liste mit deinen übergreifenden Kompetenzen. Vielleicht kommt ein komplett anderer Job für dich in Frage, den du vorher noch nie in Betracht gezogen hast.

Schon gewusst? Laut Stepstone stellt fast jeder dritte Arbeitgeber gezielt Quereinsteiger aus anderen Branchen und Arbeitsbereichen ein.

3. Kann ich mir einen Jobwechsel in diesen unsicheren Zeiten überhaupt leisten?

Ein Jobwechsel ist schon in normalen Zeiten eine große Entscheidung. Umso wichtiger ist es, deine finanzielle Situation während einer Pandemie zu berücksichtigen. Wenn du das Gefühl hast, dass dein Job gefährdet ist, solltest du nach etwas Neuem suchen – je früher desto besser. Versuche jedoch zuerst eine Jobzusage zu bekommen, bevor du deinen alten Job kündigst. Wenn du selbstständig bist, kannst du noch bis zum 30. April 2021 finanzielle Hilfe bei der Bundesregierung beantragen. Diese möchte die von der Pandemie betroffenen Unternehmen und Freiberufler bis Ende Juni 2021 finanziell unterstützen.

4. Wie hat sich die Pandemie auf meine Karrierepläne ausgewirkt?

In diesen unruhigen Zeiten kann man schnell mal das aus den Augen verlieren, was man eigentlich vorhatte. Auf der einen Seite wünschen wir uns alle Stabilität. Andererseits macht uns das ständige zu Hause sein ungeduldig und wir sehnen uns nach Veränderung. Versuche dich wieder auf deine ursprünglichen Pläne zu konzentrieren. Wie passen sie zu den aktuellen Umständen? Sei offen für Veränderungen, aber überstürze deine Entscheidungen nicht.

5. Bin ich zu streng mit mir?

Das Wichtigste ist, dass du auf dich selbst achtest. Denke daran, dass die ganze Welt von der Pandemie betroffen ist. Du bist nicht die einzige Person, die ihre Pläne auf Eis legen musste. Es ist in Ordnung, sich frustriert oder ungeduldig zu fühlen – das zeigt nur, dass du ehrgeizig bist. Wir wissen nicht, was die Zukunft bringt. Versuche einfach das Beste aus der Gegenwart zu machen. Du schaffst das!

Weitere Informationen über deine Rechte als Arbeitnehmer findest du in unserem Interview mit einem Rechtsexperten und in unseren FAQs zum Thema Homeoffice.